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Zweitälersteig Etappe 2

Mila an den Zweribach Wasserfällen

Kurzbeschreibung – Zweitälersteig Etappe 2

Der perfekte Wanderweg für alle, die gerne etwas wilder unterwegs sind, als auf einfach begehbaren Wald- und Feldwegen. Die gibt es zwar auch, ihren Charme erhält die Zweitälersteig Etappe 2 aber von den felsigen, verwurzelten Wegen entlang der Zweribach Wasserfälle, durch die Teichschlucht und entlang des Wildsauweges.
Abenteuerlicher Waldpfade verschmelzen mit wilden Bachläufen, die immer wieder zum Fotografieren einladen.

Kandelgipfel – Kandelplatte – Zweribach Wasserfälle – Wildgutach – Aufstieg am Teichbach – Hintereck – Abstieg über den Wildsauweg – Simonswald Engel (Gasthof)

Beschilderung – Zweitälersteig Etappe 2

Rauten-Beschilderung des Schwarzwaldvereins. Der gesamte Weg ist hervorragend ausgeschildert. Ihr folgt einfach der grünen Raute mit dem roten Herz darin und könnt euch dann nicht verlaufen.
Immer wieder gibt es Schilder, die auf die Entfernung gängiger Ziele hinweisen.

Start und Ziel – Zweitälersteig Etappe 2

Start: Kandelgipfel
Ziel: Ober-Simonswald (Gasthaus Engel)

Die offizielle Route führt noch etwa 5 km weiter nach Simonswald hinein. Wir stoppen, nach knapp 20 km am Engel.

Zweitälersteig Etappe 2 mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Zunächst müsst Ihr an den Bahnhof in Denzlingen. Diesen erreicht Ihr von Freiburg aus mit der Bahn und dem Bus Richtung Denzlingen, Elzach oder Waldkirch. Wer von Elzach kommt, nimmt den Bus oder Zug Richtung Freiburg.
Vom Denzlinger Bahnhof aus nehmt Ihr den Bus Richtung St. Peter und fahrt bis zur Endhaltestelle in St. Peter. Dort müsst Ihr einmal umsteigen in den Bus Richtung Kandel (Meistens der gleiche Bus und Ihr müsst nicht wirklich umsteigen, fragt am besten den Fahrer). Oben am Gipfel steigt Ihr aus. Diese Station könnt Ihr nicht verfehlen (Haltestelle: Kandel Rasthaus, Waldkirch).

Für den Rückweg wartet Ihr direkt am Gasthaus Engel auf den Bus. Dort ist eine Bushaltestelle. Ihr nehmt den Bus Richtung Waldkirch.
Wer nach Elzach möchte, steigt in Bleibach am Bahnhof auf einen Bus oder die Bahn Richtung Elzach um.
Wer nach Waldkirch, Richtung Freiburg oder Emmendingen muss fährt bis Waldkirch und steigt dort in die entsprechende Richtung um.

Zweitälersteig Etappe 2 mit dem Auto

Mit dem Auto aus Richtung Elzach fahrt ihr auf der B294 bis Ihr kurz vor dem Hugenwaldtunnel in Waldkirch abfahren könnt Richtung Kandel. Ihr fahrt im Kreisverkehr geradeaus und danach links. In der folgenden Kurve fahrt Ihr Richtung Kandel links ab.
Aus Richtung Freiburg nehmt Ihr die erste Abfahrt von der B294 nach dem Hugendwaldtunnel in Waldkirch und biegt direkt rechts ab.
Nun ist die Strecke für beide Richtungen die selbe. Folgt der L186 bis Ihr am Gipfel seid.
Aus Freiburg könnt Ihr alternativ auch durch Glottertal fahren.

Zurück geht’s mit dem Auto durch das ganze Simonswälder-Tal hindurch bis Bleibach. Dort fahrt Ihr in die entsprechende Richtung (Elzach oder Freiburg) auf die B294 auf.

Ausrüstung – Zweitälersteig Etappe 2

Wanderschuhe, Brezeln, Äpfel, Regenjacke (Wasser und Wasserschale für den Hund)

Dauer – Zweitälersteig Etappe 2

Mila und ich waren sehr schnell unterwegs. Ich lasse mich häufiger von Milas Tempo anstacheln, wenn wir nur zu zweit unterwegs sind. Ab und zu liefern wir uns auch ein kleines Wettrennen.
Wir waren etwa 4 Stunden und 15 Minuten unterwegs, wovon etwa eine halbe Stunde Pause war. Außerdem sind wir natürlich nur bis zum Engel gelaufen.

Die Dauer für die ganze Etappe bei normalem Tempo wird mit 7 Stunden angegeben. Davon könnt Ihr für die ganze Etappe ausgehen. Bis zum Gasthaus Engel würde ich bei normalem Tempo zwischen 5 und 6 Stunden einplanen.

Zweitälersteig Etappe 2 mit Mila und Hannes

Der 2019 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gewählte Zweitälersteig lockt Gäste von überall her. Er besteht aus fünf Etappen, die alle nacheinander abgewandert werden können. Natürlich muss man nicht den ganzen Weg am Stück laufen, sondern kann sich eine Etappe als Tagestour aussuchen. Genau das haben Mila und ich getan. Zusammen fahren wir hoch auf den Gipfel des Kandels, um von dort aus die Zweitälersteig Etappe 2 zu wandern.


Da wir am Kandel starten, beginnt die Tour mit einem überwältigenden Ausblick. Der Blick reicht in weite Ferne. Natürlich würden wir den Ausblick noch mehr genießen, wenn wir hoch gewandert wären. Heute liegt das Hauptaugenmerk jedoch auf der Kandelplatte, den Zweribach Wasserfällen und den Wäldern von Simonswald.

Blick von der Aussichtsplattform am Kandel

Vom Aussichtspunkt am Kandel geht es los in den Wald, wo wir für den ersten Teil der Strecke auf sehr einfach zugänglichen Waldwegen wandern Diese sind auch Teil des Kandelrundwegs (diesen werden Mila und ich auch irgendwann bewandern). Wir laufen fast alleine durch den Wald, bzw. ich laufe, Mila rennt. Trotz der hohen Beliebtheit des Kandels als Wander- und Radfahr-Ziel, treffen wir nur vereinzelt auf Wanderer und Mountainbiker. Die ein oder anderen Wanderer überholen wir, da Mila und ich verhältnismäßig schnell unterwegs sind.

Waldweg am Kandelfgipfel

Nach einiger Zeit im Wald erreichen wir die „Kandelplatte“. Es erstrecken sich grüne Wiesen soweit das Auge reicht. Sie werden umrandet von Wäldern. Ein erster Ausblick nach Simonswald bietet sich und vereinzelt sieht man Höfe inmitten sonst unberührter Natur. Idyllischer könnte die Atmosphäre nicht sein.

Windräder sind auf den Gipfeln rund herum zu sehen. Einige davon direkt auf dem Kandel, einige in weiter Ferne auf den Gipfeln Freiamts. Mila und ich laufen über die Wiesen der Kandelplatte und treffen auf Schwarzwälder Landwirtschaft in verschiedenen Formen. Neben Wiesen, die als Futterquellen dienen, passieren wir Beerensträucher und Kuhweiden. Als Mila und ich uns an den Weidezaun stellen und eine Kuh freundlich, aber bestimmt auf uns zu läuft, bekommt Mila Angst und geht auf Sicherheitsabstand. Kühe sind interessant, aber mit Vorsicht zu genießen.

Kühe des Plattenhof auf der Kandelplatte

Kühe sind nicht die einzigen Tiere, die dieser Teil der Zweitälersteig Etappe für uns bereit hält. Wir treffen auch Pferde, Ponys und Ziegen. Diese scharen sich um den idyllischen Plattenhof und liegen gegenüber des Plattensees. Das ist ein zur Stromerzeugung genutzter Stausee auf der Kandelplatte. Dort machen Mila und ich zum ersten Mal Pause.

Mila im Plattensee auf der Kandelplatte

Danach folgt bald wieder der Übergang in den Wald, der gleichzeitig den Abstieg in Richtung der Zweribach Wasserfälle einleitet. Die wohl bekannteste Attraktion auf der Zweitälersteig Etappe 2.

Ab jetzt bin ich zum ersten mal wirklich froh über vernünftiges Schuhwerk. Die Wege werden schmaler, felsig und verwurzelt. Für mich und Mila genau das Richtige. Uns macht der Abstieg dadurch gleich doppelt so viel Spaß, da es ein bisschen abenteuerlicher wird. Manchmal machen wir uns den Spaß so schnell wie möglich voranzukommen und springen über Stock und Stein.

Abstieg zu den Zweribach Wasserfällen

Wir befinden uns in sogenanntem Bannwald. In Baden-Württemberg bedeutet das, der Wald ist ein Totalreservat und jegliche Nutzung ist untersagt. In anderen Bundesländern Deutschlands wird der Begriff anders verwendet. Ein großer Teil der Zweitälersteig Etappe 2 befindet sich im Bannwald. Das macht die Wälder auch so wunderschön. Sie können sich völlig natürlich entwickeln.
Die Wälder sollen sich zum „Urwald von Morgen“ entwickeln.

Mila und ich nähern uns nun den Zweribach Wasserfällen. Wir kommen am oberen Teil an und sind schon beeindruckt vom wunderschönen Wasserfall. Durch den Wasserstrahl liegt der Stamm eines umgestürzten Baumes und das Wasser fällt über die Felsen hinunter. Eine Brücke lässt uns das Wasser überqueren.

Zweribach Wasserfälle oberer Teil

Danach geht es weiter nach unten, wo wir ein wenig über Steine und Felsen klettern. Während ich versuche nicht nass zu werden, läuft Mila absichtlich durch das Wasser und freut sich über die Abkühlung und den Badespaß. Der mittlere Teil der Wasserfälle ist sehr klein und unscheinbar. Das Highlight auf dieser Stufe ist der Blick in die Schlucht. Ich gehe bis an die Kante, um einen Blick nach unten zu wagen – Mit Höhenangst nicht unbedingt Empfehlenswert.

Der untere Teil des Wasserfalls ist aus unserer Sicht der schönere. Für mich wegen des Aussehens, für Mila, weil er eindeutig bessere Bademöglichkeiten bietet. Der untere Teil ist mit 15 Metern Höhe auch der Größte.

Unterer Teil der Zweribach Wasserfälle

Danach geht es weiter durch den Wald, bis wir auf eine Lichtung mit Rastplatz kommen. Dort sind eine kleine Vesperhütte, Tische mit Bänken, eine Aussichtsliege und Getränke-Selbstversorgung zu finden. Diese wird auch gerade von Wanderern genutzt. Zur Selbstversorgung stehen Getränke in einem Baumstamm zur Verfügung. Auf Vertrauensbasis wird dort der entsprechende Preis bezahlt und das Leergut in den Getränkekasten hinter dem Stamm gestellt.

Ein sehr beliebter Zwischenstopp für Wanderer auf der Zweitälersteig Etappe 2 und allen anderen Besuchern. Mila und ich benötigen jedoch keine Pause und laufen weiter. Wir haben noch genug Energie und teilen uns einen Apfel während des Laufens.

Getränke am Rastplatz vor den Zweribach Wasserfälle

Nun geht es recht lange auf normalen Waldwegen und geteerten Sträßchen nach unten. Wir passieren schätzungsweise einen Kilometer vom Rastplatz entfernt einen Parkplatz (Parkplatz Dreitälerblick). Wer den kürzest möglichen Aufstieg zu den Zweribach Wasserfällen sucht parkt hier.

Die Zweitälersteig Etappe 2 führt nun an einem Hof vorbei, der mit einer einmaligen Idee lokale Bekanntheit erlangte. Der Haldenschwarzhof in Wildgutach ist wunderschön gelegen, hat jedoch ein Problem. Er ist umringt von Bergen und bekommt im Winter mehrere Monate keine Sonne ab. Hier wurden die Besitzer kreativ und installierten am Waldrand einen großen Spiegel, der die Mittagssonne einfängt und auf den Hof lenkt.

Haldenschwarzhof mit Sonnenlichtspiegel

Von hier aus steigen wir ganz hinunter zur Wildgutach. Autos müssen einen großen Bogen fahren, während der Weg der Zweitälersteig Etappe 2 durch Weiden auf direktem Weg zur Wildgutach führt. Diese überqueren wir über eine Brücke. Dann kreuzen wir die Straße, um die Teichschlucht entlang zu wandern. Durch diese fließt der wunderschöne, wilde Teichbach. Hier beginnt der Aufstieg der Zweitälersteig Etappe 2, die uns bisher hauptsächlich bergab führte.

Die Wald- und Bachlandschaft auf diesem Anstieg ist atemberaubend. Auch hier befinden wir uns in vollkommen naturbelassenem Bannwald und laufen über felsige, verwurzelte kleine Pfade. Für meine Begleiterin auf vier Pfoten ist es der schönste Teil der Zweitälersteig Etappe 2. Sie kann immer wieder baden und über Felsen springen. Außerdem sind viele besonders tolle Äste zu finden, die ein paar Meter mitkommen müssen. Ich stoppe immer wieder, um Fotos zu machen.

Teichbach durch die Teichschlucht

Nachdem wir die Teichschlucht ausgiebig genießen konnten, führt der Weg über Geröll weg und wir gehen zum Hintereck hinauf. Der Aufstieg zum Hintereck ist ein kleiner steiler Zick-Zack-Pfad. In Dialekt steht geschrieben, dass wer den Weg innerhalb einer halben Stunde schaffe, keinen Doktor benötige, da er noch gesund sei. Mila und ich nehmen dies als Herausforderung und sind ein wenig enttäuscht als wir das Ziel in knapp 6 Minuten erreichen. Aber die Anstrengung war uns anzumerken und wir nehmen das Erholungsangebot der Hintereck Hütte, die am Ende wartet, gerne an. Mila trinkt Wasser und ich gönne mir ein kühles Bier, während wir den Ausblick auf Simonswald genießen.

Bierpause an der Hintereck Hütte

Danach geht es den Wildsauweg entlang, weiter durch schmale Pfade im Wald. Es geht zunächst noch ein wenig nach oben, bevor der Abstieg Richtung Simonswald eingeleitet wird. Hier wird es sehr steil. Dieser ist der anspruchsvollste Teil der Zweitälersteig Etappe 2. Der Wald der uns umgibt ist ursprünglich und einzigartig.

Wildsauweg in Simonswald

Entlang des Wildsauwegs passieren wir noch ein Highlight der Tour, den „Spitzen Stein“. Hätte ich ihn benannt hätte ich durchaus das Wort Fels verwendet. Dieser Fels ragt mit einer Spitze nach oben, die wenn Ihr drauf klettert eine Aussicht auf Simonswald gewährt. Diese bleibt Wanderern, die unten bleiben, durch Baumkronen und den Fels versperrt. Es ist als hätte man die Position des „Spitzen Stein“ eigens für einen Ausblick durch die Baumkronen positioniert.

Das Foto zeigt nur die Spitze. Ich stehe bereits mitten auf dem Felsen. Mila hat unten gewartet. Ihr war der Sprung auf den Felsen nicht geheuer, auch wenn sie es geschafft hätte. Der Aufstieg ist etwa hüfthoch.

Unterer Spitzer Stein Wildsauweg

Danach folgen wir dem Weg nach unten. Der Wildsauweg ist weiterhin schmal und anspruchsvoll zu bewandern. Sobald dieser zu Ende ist, geht der Weg in einfache Waldwege über, die uns bis zum Gasthaus Engel in Ober-Simonswald bringen. Dort endet die Tour für uns. Die offizielle Zweitälersteig Etappe 2 würde noch etwa 5 km weiter in den Ort Simonswald hineinführen.

Facts – Zweitälersteig Etappe 2
bis zum Gasthaus Engel, Ober-Simonswald

Bewegungszeit: 3 Stunden 43 Minuten
Verstrichene Zeit: 4 Stunden 12 Minuten
Distanz: 18,4 Kilometer
Höhenmeter: 556 Meter

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